In Zeiten, in denen Konflikte und Kriege weltweit wieder sichtbarer werden, gewinnt das Erinnern eine neue, dringliche Bedeutung. Es erinnert uns nicht nur an die Vergangenheit, sondern fordert uns auch im Hier und Jetzt heraus: für Frieden einzustehen, Menschlichkeit zu bewahren und Verständigung aktiv zu leben.
Am Sonntag, den 26. April 2026, lud die Stadt Treuenbrietzen gemeinsam mit Vertretern der Italienischen Botschaft zu einer würdevollen Gedenkveranstaltung ein. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Erinnern an die Opfer der letzten Kriegstage des Zweiten Weltkriegs – ein Erinnern, das verbindet und mahnt zugleich.
Die Veranstaltung begann um 11:00 Uhr mit einem Treffen vor dem Rathaus. Von dort aus führte der Weg zur italienischen Gedenkstätte in Nichel. Hier wurde insbesondere der italienischen Militärinternierten gedacht, die Opfer eines grausamen Massakers wurden. Worte des Gedenkens und der Versöhnung – unter anderem durch einen Vertreter der Italienischen Botschaft sowie Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch – gaben diesem Moment eine besondere Tiefe.
Anschließend setzte sich das gemeinsame Erinnern auf dem Triftfriedhof in Treuenbrietzen fort. Bei der Kranzniederlegung wurde der zivilen Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht – still, würdevoll und im Bewusstsein der historischen Verantwortung.
Doch das Gedenken bleibt nicht allein in der Vergangenheit verankert. Es öffnet den Blick nach vorn: Beim anschließenden Empfang im Bürgerhaus „Alte Feuerwehr“ kamen Teilnehmende ins Gespräch, tauschten Gedanken aus und stärkten die Verbindungen, die aus der Geschichte gewachsen sind.
Der Leitgedanke „Nie wieder“ zieht sich durch den gesamten Tag:
Nie wieder Krieg.
Nie wieder Gewaltherrschaft.
Nie wieder Vergessen.
Diese Worte sind mehr als ein historisches Echo. Sie sind ein Auftrag – an uns alle.